Mentoring

Die Renaissance eines Lernkonzeptes.

Durch Erfahrungs-Wissen fit werden – durch Erfahrungs-Weitergabe fit bleiben.

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Mentor und Mentee sprechen miteinander

Was ist Mentoring?

Mentoring ist eine berufliche oder persönliche Lernpartnerschaft zwischen zwei Menschen. Hierbei gibt eine erfahrene Person ihre beruflichen Lebenserfahrungen an eine jüngere weiter (Erfahrungstransfer) und begleitet diese im Prozess, eigene Erfahrungen zu machen und das individuelle Potenzial zu entfalten. Dazu gehört auch, dass der Mentee Fehler macht, aus Fehlern lernt und Schwierigkeiten bewältigt. Mentoring bedeutet nicht, dass der Mentor alle Steine dem Mentee aus dem Weg räumt.

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Mentor und Mentee Gruppe

Was bewirkt Mentoring?

Mentoring hilft, neue Wege im Umgang mit manchen festgefahrenen Gewohnheiten und Arbeitsweisen einzuschlagen. Mentoring bietet dem Mentee eine Hilfe zur Selbsthilfe in diesem „Umwandlungs- und Entdeckungsprozess“ an. Mentees entdecken neue Sichtweisen und erfahren so die Förderung ihres Persönlichkeitspotentials.

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Mentor schaut Mentee beim Arbeiten über die Schulter

Wie funktioniert Mentoring?

Mentoring ist ein Entwicklungsverlauf, den Mentor und Mentee miteinander durchlaufen. Dieser Prozess kann über Monate und Jahre gehen. Er ist dynamisch und lebt von den jeweiligen Bedürfnissen des Mentees. Mentoring ist die Eins-zu-Eins-Beziehung zwischen einem Berater/einer Beraterin und einem/einer Ratsuchenden. Beide führen über einen längeren Zeitraum regelmäßig Gespräche. Es gibt für Mentoring keine festgelegten und für alle Zeit gültigen Abläufe und Strukturen. Mentoring ist ein individueller Entwicklungslernprozess, den Mentor und Mentee miteinander gestalten

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Mentoring

Mentoring in der Abgrenzung zu anderen Beratungskonzepten

Es kann in der Mentoringpartnerschaft verschiedene Phasen geben, und es können verschiedene Themen gemeinsam besprochen werden. Aber so dynamisch und unterschiedlich diese Phasen sein mögen, so unterscheidet sich Mentoring doch von Coaching oder therapeutische Begleitung .

  • Mentoring hat einen förderungsorientierten Fokus: Es wird prozessorientiert gearbeitet, ein Ziel kann sich verändern oder sogar erst später herausgearbeitet werden. Es geht um eine Förderung und Unterstützung eines Mentees in seinem grundsätzlichen Lebensentwurf: Begabung und Berufungen erkennen, Werte entwickeln und Fähigkeiten und Fertigkeiten entdecken und freisetzen. Der Mentor bringt sich mit seinen Lebenserfahrungen in diese Partnerschaft mit ein.
  • Coaching hat einen zielorientierten Fokus: Wichtige Fragen sind hier: Was ist das Ziel? Wie ist der Ist-Zustand? Welche Handlungsalternativen gibt es, um das Ziel zu erreichen? Zu welchen praktischen Schritten ist der Ratsuchende entschlossen? Welche konkreten Veränderungswünsche hat die hilfesuchende Person? Coaching wirkt also eher bedarfs- und lösungsorientiert und hilft dem Ratsuchenden, eigenständige Antworten zur individuellen Zielerreichung zu finden.
  • Therapeutische Begleitung und Beratung hat einen problemorientierten Fokus: Es kann punktuell an Themen gearbeitet werden, dort, wo dem Ratsuchenden situativ keine Lösungsressourcen verfügbar erscheinen. Sie ist zeitlich unabhängig, kann auch einmalig sein. Es geht um konkrete Hilfestellung bei einem Problem. Beratung hilft in Notsituationen und in Fragen der Lebensweltgestaltung (z.B. Erziehungsfragen). Ein Vertrauensverhältnis muss nicht zwingend vorhanden sein.

Das Ziel aller Beratungsformate: Nachhaltige Lebenskompetenz durch ganzheitliche Entwicklung

Jedes Mentoring hat mehrschichtige Ziele: die persönliche Entwicklung, die Reifung der menschlichen Persönlichkeit und das Entdecken und Fördern unentdeckter Potentiale und Fertigkeiten.

Was Mentoring nicht leisten kann

Mentoring ist kein Wundermittel. Durch eine gute Mentoringbeziehung kann viel bewirkt und bewegt werden, aber es sollte nicht zuviel erwartet werden – vor allem keine schnellen Erfolge! Wer an seinen Fähigkeiten sowie an seiner Persönlichkeit arbeitet, der sollte wissen, dass jede persönliche Veränderung und jede Weiterentwicklung erfahrungsgemäß eine gewisse Zeit brauchen, bis sich eine dauerhafte Umgestaltung im Leben natürlich integriert. Somit ist Mentoring eine zeitlich begrenzte Lernbeziehung. Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber umschrieb daher mit den folgenden Worten den tiefsten Kern von Mentoring: „Der Mensch wird am Du zum Ich. Alles wirkliche Leben ist Begegnung.“ 

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Verfasst am 26.10.2020
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Mathias Hühnerbein

Mathias Hühnerbein

Als akkreditierter Lehrtrainer und Ausbilder ist er im proCEO Kompetenz.Institut für die Fort- und Weiterbildung verantwortlich. Im Rahmen der INQA "Initiative neue Qualität der Arbeit" des Bundesministerium für Arbeit und Soziales arbeitet Mathias Hühnerbein als akkreditierter Prozessberater im Förderprogramm unternehmensWert:Mensch. Zudem ist Mathias Hühnerbein Dozent an der OHM Professional School der TH Georg Simon Ohm, in Nürnberg. Mathias Hühnerbein ist innerhalb der EASC Mitglied im Komitee für Qualität und Standards (CQS).